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Du bist mir zur Hilfe geworden, und im Schatten deiner Flügel kann ich jubeln.

Tausend Tropfen kühlen einen heissen Stein

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Father Fred (r), Bischof Henry Katumba Kamale

Seit 23 Jahren unterstützt «Partner sein» Projekte in Kanoni, im Südosten Ugandas. Entstanden sind eine tragfähige Partnerschaft und eine Erfolgsgeschichte der kleinen Schritte. Geblieben sind grundsätzliche Fragezeichen betreffend Chancen und Grenzen der Entwicklungszusammenarbeit in Afrika.
In Kanoni, das rund 50 Kilometer von der tansanischen Grenze entfernt im Distrikt Rakai liegt, leben rund 6000 Menschen. Die Dörfer bestehen jeweils aus einigen Häusern an einer unbefestigten Hauptstrasse, an die sich kleine Läden reihen. Die Menschen wohnen verstreut auf ihren Landparzellen in Häusern aus selbstgebrannten Backsteinen inmitten von Obstbäumen, an denen Bananen, Mangonen, Papayas und Avocados wachsen. Im Schatten dieser Bäume spriessen Mais, Kaffee- und anderen Nutzpflanzen. Pflüge gibt es nicht. Die Feldarbeit wird ausschliesslich mit groben Hacken erledigt. Kanoni hat keinen Anschluss ans Stromnetz. Dieses endet drei Kilometer entfernt in einem Nachbardorf. Solarenergie haben nur wenige. Es gibt kein fliessendes Wasser, lediglich einige, oft weit entfernte Wasserstellen. Verkehrsmittel sind Motorräder und Minibusse.

Partner sein baut und unterhält mit der anglikanischen Kirche Schulen und Brunnen
Präsent ist in Kanoni aber die Kirche von Uganda, die zur anglikanischen Kirche gehört. Für das christkatholische Hilfswerk Partner sein ist sie der Partner vor Ort. Die lokale Kirchgemeinde umfasst drei Gemeinden mit je einer Kirche und einer Primarschule. Zuständiger Pfarrer ist Fred Kiwanuka (vgl. Porträt auf Seite unten). Eine der Primarschulen der Kirchgemeinde ist die «St. Apollo Kanoni Day and Boarding Primary School», die in den 1940-er Jahren gebaut wurde. Die anglikanische Diözese West Buganda mit Sitz in Masaka betreibt sie als staatlich anerkannte Privatschule und Partner sein hat sie über die Jahre hin renoviert und erweitert. Die Schülerzahlen sind stetig angestiegen auf aktuell 800 Schüler. Der Staat bezahlt die Lehrerlöhne. St. Apollo besteht aus 20 Schul-
und Nebengebäuden.

Partner sein hat in der Kirchgemeinde Kanoni zwei weitere Primarschulen gebaut. In Bulyakamu entstand eine Schule für 100 Kinder als Ersatz für das stallähnliche, halboffene bisherige Gebäude, in dem die Kinder auf dem Boden sassen. Sie wurde am 15. Februar 2017 feierlich eingeweiht. In Kiwenda wird aktuell eine neue Schule erstellt für rund 900 Schüler, welche die alte und zu kleine Schule ersetzen soll.

Der Staat hat im Gegenzug Lehrerwohnhäuser und eine neue Latrinenanlage finanziert. Ein Schulgebäude kostet 40‘000 bis 50‘000 Schweizer Franken. Inneneinrichtung, Latrine und Solaranlage würden weitere 15‘000 bis 20‘000 kosten. Der Schulbesuch kostet rund 80.- Franken pro Jahr und Kind. In Sekundarschulen und Colleges liegen die Kosten zwischen 90.- und 300.- Schweizer Franken jährlich.

Weil sauberes Wasser ein zentrales Anliegen ist, hat Partner sein vor einiger Zeit sechs Grundwasserfassungen und Quellfassungen finanziert. Diese müssen saniert werden, da sie sich an ungünstiger Lage, will heissen unbewacht, an tief gelegenen Standorten befinden und vielfach nicht mehr funktionieren. 2016 wurde eine Grundwasserfassung in Kanoni repariert und 2017 wird neben der Schule in Bulyakamu eine neue gebaut. Weitere sind dringend nötig, damit die Leute nicht Wasser aus trüben Wasserlöchern nutzen müssen. Eine neue Grundwasserfassung kostet 7500.- Schweizer Franken.

Die Herausforderungen der nachhaltigen Grundversorgung sind zahlreich
Die Partner vor Ort sprechen von Herausforderungen, wenn sie über ihre Probleme sprechen. Davon gibt es viele: alle drei Schulen wären froh über mehr Schulgelder und zusätzliches Land, damit sie Gemüse und Früchte für die Schulen anbauen können, in denen die Kinder heute fast ausschliesslich mit Porridge versorgt werden. Strom ist ein Problem. Auch die Wasserversorgung muss verbessert werden, wobei in den Schulen die vermehrte Nutzung von Dachwasser und dessen Aufbewahrung in grossen Wassertanks sinnvoll wäre. Das Erlernen von Grundfähigkeiten in Nähen, Schreinern, Malen etc. soll neu im Lehrplan aufgenommen werden, damit die Kinder, welche nur die Primarschule besuchen, praktische Kenntnisse für ihren Alltag erwerben können.

Zwei Jahrzehnte Zusammenarbeit: eine Bilanz
Die Projekte von Partner sein in Kanoni sind, wie andere Projekte in Afrika und Asien auch nicht selbstragend. Würde die Unterstützung eingestellt, gingen 70 Aidswaisen gar nicht zur Schule oder bestenfalls ab und zu in die Primarschule. Die Gebäude könnten nur notdürftig unterhalten werden, da die Schulgelder dafür nicht reichen und der Staat ausser den Lehrerlöhnen und ab und zu einem Ergänzungsbau nichts an die Privatschulen der Diözese bezahlt, die ihrerseits wenig Geld hat. Obschon mehr und gute Bildung das erklärte Ziel des neuen Bischofs ist.

Angesichts dieser Ausgangslage stellt sich die Frage, ob eine Unterstützung nur dann nachhaltig ist, wenn die Unterstützten irgendwann unabhängig werden. Im Prinzip ja, aber: In Kanoni sind es kleine Schritte auf diesem Weg, die erreicht wurden. Drei Primarschulen ermöglichen 2000 Kindern eine Schulbildung. Sie gehören zu den besten der Region. Überdurchschnittlich viele der Aidswaisen, welche eine von Partner sein unterstützte Schule besucht haben, schaffen es in die Sekundarschule und anschliessend in ein College. Ihre Schulgelder unterstützen damit auch andere Schulen in der Region. Die persönlichen Perspektiven dieser Schüler sind gut und einige haben es geschafft, wirtschaftlich unabhängig zu werden.

Die Gemeinde Kanoni ist eine aktive Gemeinde, in der vor allem auch die Frauen viel dazu beitragen, dass aus der Hilfe eine Selbsthilfe wird. Die Zusammenarbeit funktioniert seit 20 Jahren, basierend auf gegenseitigem Vertrauen und nicht blind oder blauäugig, sondern mit klaren Vorgaben und den nötigen Kontrollen. Der frühe Tod von Bischof Makumbi im Sommer 2015 und kurz vorher derjenige des langjährigen Koordinators Henry Matumba haben nicht zu Chaos geführt. Father Fred hat die Aufgabe übernommen und koordiniert die Projekte ebenso zuverlässig und souverän wie seine Vorgänger.

Jeder Schritt führt zum Ziel
Es bleibt die Ohnmacht, dass es viele Länder in Afrika nicht schaffen, die Lebenssituation der dort lebenden Menschen zu verbessern. Korruption, Kriege, Hungersnöte und ein hohes Bevölkerungswachstum stehen einer langfristigen positiven Entwicklung entgegen. Die Betroffenen können oft nur wenig daran ändern, auch wenn sie fleissig ihr Stück Land bebauen und jede Arbeit annehmen. Es reicht oft bestenfalls zum Überleben und an vielen Orten auch dafür nicht. In Uganda gibt es zwei Regenzeiten, normalerweise hungern die Leute nicht. Geld haben sie trotzdem kaum und es reicht nur für das Nötigste, oft auch nicht für das Schulgeld, vor allem dann nicht, wenn die Ernte ausbleibt. Trotz all dem ist Kanoni eine Erfolgsgeschichte. Keine spektakuläre, aber eine der kleinen Schritte, die auch irgendwann zum Ziel führen.

Father Fred, der Dorfpfarrer und Koordinator
Reverend Fred Kiwanuka ist eher klein, zierlich, zurückhaltend und sehr sympathisch. Die anglikanische Kirchgemeinde in Kanoni mit den drei Kirchen und die Projekte von Partner sein leitet er umsichtig
und mit viel seelsorgerischem Geschick. Die Leute schätzen und respektieren ihn.

Studiert hat er in Masaka. Nach Kanoni kam er in der Amtszeit von Bischof Godfrey Makumbi.

Er lebt zusammen mit seiner Frau und seinen sieben Kindern im neuen, 2016 fertig gestellten Pfarrhaus, das zwar grosszügig konzipiert, vorerst aber noch ohne Stromversorgung ist.

Seine Frau arbeitet aktiv mit im Nähprojekt der Frauengruppe «Tukolerawamu». So lautet der Name auf Swahili. Er bedeutet «gemeinsam arbeiten». Es handelt sich um ein Entwicklungsprojekt des Vereins «Mwebale Nyo», auf Deutsch «Hilfe bei Selbsthilfe», mit Sitz in Biberist. Regula Kamer startete es vor rund 10 Jahren in Kanoni. Es läuft heute erfolgreich. Die Frauengruppe betreibt ein Nähatelier, bebaut einen Kräuter- und Gemüsegarten und stellt Heilprodukte und Seife her.

Father Fred hat viele Aufgaben. Er ist Dorfpfarrer und Vertreter des Bischofs beziehungsweise der Diözese West Buganda in Kanoni. Für Partner sein koordiniert er die Bauprojekte und ist quasi oberster Planer und Bauführer. Er kümmert sich um Kostenvoranschläge, deren Einhaltung und die Abrechnungen. Er dokumentiert die Bautätigkeit mit regelmässigen Berichten. Er ist zuständig für die Auswahl der 70 bis 80 Aidswaisen, welche die Schule seiner Kirchgemeinde besuchen dürfen. Er begleitet die Kinder während ihrer gesamten Schulzeit. Viele von ihnen können nach sieben Primarschuljahren in Kanoni sechs Jahre lang eine Sekundarschule besuchen. Einige schaffen es aufs College, wo sie eine Fachausbildung im Stil einer Fachhochschule absolvieren können. Father Fred rapportiert regelmässig über die Erfolge der Schüler und legt finanziell Rechenschaft ab.

Father Fred teilt sich ein Büro in St. Apollo mit Vicent, Lehrer und Koordinator von Tukolerawamu. Die beiden ergänzen sich gut und treiben die Projekte voran, zusammen mit den Schulleitungen und einer Art Schulkommission aus Lehrern, Eltern und Gemeindevertretern.
Bereitgestellt: 04.05.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch