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Medizin für christliche Flüchtlinge

Im Libanon werden syrische Kinder in einem Flüchtlingslager unterstützt.<div class='url' style='display:none;'>/de/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>322</div><div class='bid' style='display:none;'>12186</div><div class='usr' style='display:none;'>235</div>

Im Libanon werden syrische Kinder in einem Flüchtlingslager unterstützt.

Laut verschiedenen christlichen Hilfsorganisationen sind es weltweit die Christen, die gegenwärtig wegen ihres Glaubens am häufigsten verfolgt werden. Das christkatholische Hilfswerk Partner sein finanziert deshalb auch Projekte zugunsten verfolgter Christen mit.
Hexenverbrennung, Kreuzzüge, Judenvernichtung. Solche Schlagworte höre ich manchmal als Argumente, verbunden mit einer gewissen moralischen Empörung, wenn ich davon spreche, dass es Christinnen und Christen sind, welche heutzutage aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit weltweit am meisten Verfolgung, Vertreibung und Misshandlung erfahren. Im Nahen Osten, der Wiege des Christentums, wo Jesus Christus lebte und wirkte, werden und wurden Hunderttausende von Christen aufgrund ihres Glaubens planmässig drangsaliert, verfolgt, attackiert, vertrieben und ermordet. Aber auch anderswo: Zu den Ländern Syrien, Irak, Iran, Afghanistan und Pakistan gesellen sich Nordkorea, Eritrea, Libyen, Somalia, Sudan… Weltweit sind es gemäss dem Hilfswerk Open Doors hundert Millionen Menschen, die deshalb aus ihren Heimatländern vertrieben werden, weil sie Christen sind. Gewiss: Davon sind auch Angehörige anderer Religionen betroffen. Aber zahlenmässig in überwiegender Mehrheit Christinnen und Christen.

Für manchen ist das überraschend. Unterdessen sind viele Menschen in der Schweiz und in anderen westlichen Ländern hellhörig geworden und auch zur Hilfe bereit. Das ist nicht selbstverständlich, denn bei uns sind die Christen als Volksmehrheit seit jeher darin erzogen, gegenüber Minderheiten moralisch in der Schuld zu stehen. Denn es waren zweifelsfrei Angehörige der christlichen Religion, die in der Vergangenheit die schlimmsten Verbrechen an anderen Menschen aufgrund deren Religionszugehörigkeit begangen haben. Dieses Denkmuster, diffuse Schuldgefühle mit entsprechend schlech-tem Gewissen sowie eine eingeübte politisch korrekte Toleranz bewirken, dass das An-dere mehr geachtet wird als das Eigene. Dass aber auch unsereins verfolgt sein könnte, fällt aus dem Blick; das Wort "Christenverfolgung" war bis vor Kurzem tabu.

Sogar explizit christliche Hilfswerke hielten sich bisher streng an die Maxime, Hilfe sei zu leisten unabhängig von religiöser, politischer und ethnischer Zugehörigkeit; als einzi-ges Kriterium galt die Hilfsbedürftigkeit. Dass es jedoch ausgerechnet die Religionszu-gehörigkeit ist, die zur Hilfsbedürftigkeit führt, und dazu fatalerweise auch noch die christliche, das mussten bei uns viele Menschen und sogar Mitarbeitende christlicher Hilfswerke zuerst wieder lernen. Ebenso, dass die Angst vor Selbstbezogenheit hier hindert, das Richtige zu tun und diesen Menschen in ihrer Not beizustehen, und zwar nicht obwohl sie Christen sind, sondern weil sie Christen sind. Dazu ist es für Christen auf der Flucht verständlicherweise schwer nachvollziehbar, weshalb ihr Schicksal aus-gerechnet bei jenen kaum Beachtung finden soll, von denen sie natürlicherweise am meisten Beachtung erwarten.

Neben verschiedenen anderen Hilfswerken hat auch unser christkatholisches Hilfswerk Partner sein die Not und die Bedürfnisse verfolgter Christinnen und Christen im Nahen Osten in den Blick genommen. Kleinheit und Milizsystem unseres Hilfswerks verunmöglichen, zeitnah eigene Projekte in den betroffenen Regionen aufzubauen. Aber wir können uns bekannte Hilfswerke, die vor Ort überzeugende Projekte erfolgreich betreiben, unterstützen und sie mit Mitteln von unserer Seite fördern. Ef-fektive Hilfe ist gezielte Hilfe: Da in vielen Ländern verschiedenste Hilfswerke manch gutes Projekt betreiben, hat Partner sein sich die Auswahl von Projektpartner und unterstütztem Projekt gut überlegt. Entsprechend dem Grundsatz, auf die Bereiche Gesundheitsförderung, Bildung und Linderung von Armut zu fokussieren, fiel die Wahl auf ein Projekt des Middle East Council of Churches in Beirut zugunsten schwer erkrankter Christinnen und Christen, die aus Syrien in den Libanon geflohen sind und die sich dringend benötigte medizinische Behandlung und Medikamente selbst nicht leisten können. Dieses Projekt wurde 2017 mit 5000 Franken unterstützt und wird auch 2018 von unserer Seite her weiter gefördert. (Weitere 5000 Franken setzt Partner sein ein für ein Projekt des Hilfswerks "Jesuiten weltweit" zugunsten syrischer Flüchtlingen im Libanon. Hier kommt unsere Hilfe den Bedürftigsten unabhängig von deren Religion zugute.)

Liebe Leserin, lieber Leser, es ist selbstverständlich: Um solche Hilfe effektiv leisten zu können, ist Partner sein auf Ihre Unterstützung angewiesen. Sehr herzlich bitten wir Sie um Ihre Spende, sei es direkt auf das Konto von Partner sein mit dem Vermerk "SP 01 Christliche Flüchtlinge" oder im Rahmen der Ökumenischen Kampagne in der kommenden Fastenzeit auf das Konto Ihrer christkatholischen Kirchgemeinde.
Bereitgestellt: 20.11.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch