Rückblick auf die Jahresversammlung 2018

Alle packen an: Schulhausbau in Bagira, Kongo<div class='url' style='display:none;'>/de/</div><div class='dom' style='display:none;'>kirchgemeinde.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>304</div><div class='bid' style='display:none;'>12174</div><div class='usr' style='display:none;'>235</div>

An diesem kühlen und regnerischen 11. Dezember trafen sich 14 Personen aus der ganzen Schweiz zur jährlichen Versammlung von Partner sein, um sich näher über die Arbeit des Hilfswerks zu informieren.
In seinem Jahresrückblick berichtet Urs Müller detailliert über die Schwerpunkte der Arbeit von Partner sein. Die in der Projektliste vorgesehenen Projekte konnten wie geplant und praktisch ohne unerwartete Probleme aus- oder weitergeführt werden. Aufgrund der stetig sinkenden Einnahmen der Fastenaktion musste allerdings das Budget stark reduziert werden; solche Ausgabenkürzungen sind auch in Zukunft unumgänglich. Interessanterweise sind aber immer wieder Einzelpersonen bereit, sehr hohe Spenden zugunsten gezielter Projekte zu tätigen. An der kommenden Session der Nationalsynode im Juni 2019 soll der neu gestaltete Flyer "Legate" vorgestellt werden in der Hoffnung, mit diesem Informationsblatt neue Spenden zu generieren. Weitere Herausforderungen für das Hilfswerk bilden die Weiterführung von Sammelaktionen in den Kirchgemeinden zugunsten von Partner sein, das Erschliessen von Einnahmen durch Stiftungen sowie die Kontinuität in der Zusammensetzung unserer Kommission. In den kommenden Tagen wird die Projektliste 2019 erscheinen; neu wird ein Projekt in einem Flüchtlingslager in Mosambik unterstützt. Die Fastenkampagne im kommenden Jahr steht im Zeichen des 50-Jahre-Jubiläums der Zusammenarbeit zwischen den Hilfswerken der beiden grossen Schwesterkirchen und wird mit einem Festgottesdienst in Bern eingeläutet. In der Fastenagenda werden 50 starke Frauen portraitiert; wiederum wird eines unserer Projekte vorgestellt und beworben. Von den drei Hilfswerken wird die Konzernverantwortungsinitiative, die zur Volksabstimmung gelangen wird, unterstützt.

In der folgenden Diskussion beantworten Urs Müller und die Projektleiter diverse Fragen aus der Runde zur vielfältigen Arbeit des Hilfswerks, etwa zu früheren Projekten und was aus ihnen geworden ist, zur Idee einer Ausstellung über alle Schulhausbauprojekte, die unser Hilfswerk je unterstützt hat, zur früheren Präsenz der Lusitanischen Kirche in Mosambik, zu unseren Kontakten nach Hongkong, zur ökumenischen Rosen- und anderen Verkaufsaktionen, zu Sponsoring-Glückwunschkarten, zur zeitlichen Abfolge der gesamtkirchlichen Sammlungen, zu Spendemöglichkeiten per Mausklick.

Drei unserer Projekte in Afrika wurden 2018 von der zuständigen Projektleiterin oder von weiteren Mitarbeitenden (auf deren private Kosten) vor Ort besucht und betreut. Im zweiten Teil der Jahresversammlung berichtet unser Kommissionsmitglied und Projektleiterin für Afrika englischsprachig sowie für Asien, Beatrice Reusser Rüthy aus Bern, von ihrer Reise in den Südsudan, die sie im April 2018 zusammen mit ihrem Mann Nick Rüthy unternommen hat, um unser dortiges Projekt sowie den Projektverantwortlichen Bischof Wilson Kamani zu besuchen. Da im Südsudan seit Jahren ein erbitterter Bürgerkrieg herrscht, konnte eine solche Reise nicht bedenkenlos unternommen werden, sondern brauchte umfangreiche Abklärungen und gute Vorbereitungen. Beatrice Reusser berichtet von diesem jüngsten Staat der Welt und von der damaligen Hoffnung auf Frieden und Stabilität, als er 2012 unabhängig wurde. Der dann folgende Bürgerkrieg hat 4,6 Mio. Menschen aus ihrer Heimat vertrieben; 300'000 leben in Flüchtlingslagern ohne Hoffnung auf Änderung ihrer Situation. Bei einem Bevölkerungswachstum von jährlich 3,3% herrschen Mangelernährung und Analphabetismus. Das Land hat reiche Bodenschätze, aber keine funktionierenden Strukturen. Beatrice Reusser berichtet von der hohen Dichte von NGOs, von den katastrophalen Strassen- und Transportverhältnissen im Land, von den klimatischen und den landwirtschaftlichen Produktionsbedingungen, von der Kriminalität in der Hauptstadt Juba.

Unser Projekt "Berufsbildung für Jugendliche" in der anglikanischen Diözese Ibba, ca. 300 km westlich der Hauptstadt Juba im Süden des Landes, gründet in der Idee Bischof Wilsons, schwangeren Mädchen, sog. "dropped out girls", eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Unterdessen sind diverse Ausbildungsangebote ausgebaut; weitere sollen folgen. Seit 2011 unterstützt Partner sein dieses Projekt trotz anhaltend widriger Umstände im Empfängerland. Mit eindrücklichen Lichtbildern berichtet Beatrice Reusser von den zum Teil abenteuerlichen Umständen ihrer Reiseroute mit klapprigen Kleinflugzeugen, vom fröhlichen Gesang der Schülerinnen anlässlich ihres Empfangs vor Ort, von der friedlichen Ruhe in Ibba, von den Wohnverhältnissen in den kleinen Bauernhäuschen und in der kaum grösseren Bischofsresidenz, vom erfolgreichen Neubau der Kathedrale von Ibba und ihren bunten Plastikstühlen sowie von der beeindruckenden Vision und der Initiative von Bischof Wilson. Die Diözese verfügt über einen Kindergarten, mehrere Primarschulen und eine Sekundarschule, welche alle mit Spenden verschiedener Organisationen finanziert sind. Zur Kontaktpflege hat Bischof Wilson vor ein paar Jahren auch die Schweiz besucht. Das aktuell von Partner sein unterstützte Projekt sieht für 2019 einen Schulhauserweiterungsbau vor. Neben dem nötigen Land für zwei zusätzliche Klassenräume müssen Latrinen und ein Wasseranschluss erstellt sowie die nötige Inneneinrichtung beschafft werden. Eine Kurzbeschreibung des Projekts ist auf der Projektliste von Partner sein zu finden, die in den kommenden Tagen erscheint.

Mit einem Präsent dankt Urs Müller für diese Ausführungen sowie für Herzblut und Sachverstand, mit denen Beatrice Reusser ihre Projekte betreut. Ebenso bedankt er sich bei den Kommissionsmitgliedern für ihre Mitarbeit, bei Bischof und Synodalrat für deren Vertrauen in die Arbeit der Kommission sowie bei den angereisten Gästen für ihr Interesse. Beim anschliessenden Stehapéro mit angeregten Gesprächen klingt der Anlass aus.
Bereitgestellt: 12.12.2018     
aktualisiert mit kirchenweb.ch